Low carb DiätViel von sich reden machen die Low-Carb Diäten, unter denen die Atkins Diät wohl die bekannteste sein dürfte. Wir wissen, dass ein zu hohes Körpergewicht der Gesundheit schadet. Zu den Folgen des Übergewichts gehören Herz- und Kreislauferkrankungen, Diabetes mellitus und Gelenkerkrankungen – Zivilisationskrankheiten, von denen inzwischen immer mehr Kinder und Jugendliche betroffen sind.
Die Devise heißt daher: runter mit den Pfunden – aber wie? Eine unüberschaubare Flut an Diäten überschwemmt den Markt. Viele Reduktionsdiäten haben sich als völlig unwirksam erwiesen, manche helfen nur kurzfristig. Aber bei welcher Diät purzeln wirklich die Pfunde, ohne dass wir dabei hungern müssen? Bei welchem Programm kann das Idealgewicht dauerhaft gehalten werden?

Was verstehen wir unter einer Low-Carb Diät?

Übergewichtig werden wir dann, wenn wir mehr Kalorien zu uns nehmen, als wir verbrauchen können. Wir nehmen also ab, wenn unser Körper mehr umsetzt, als wir als Nahrung zu uns nehmen. Viele von uns und auch etliche Ernährungswissenschaftler sind der Ansicht, dass der Verzehr von zu viel fett- und eiweißhaltigen Nahrungsmitteln zu überflüssigen Pfunden führt. Die Verfechter der Low-Carb Diäten haben jedoch nachgewiesen, dass der Verzicht von Kohlenhydraten zur Reduzierung des Körpergewichts führt, wenn wir die fehlenden Kalorien durch Fette und eiweißhaltige Nahrung ausgleichen. Hier kommt der „glykämische Index“ (GI) ins Spiel. Wie ist das zu verstehen?

Nicht nur fetthaltige Lebensmittel, auch Kohlenhydrate, die wir in Nahrungsmitteln wie Brot, Kuchen, Nudeln, Reis und Kartoffeln finden, werden in Zucker und somit in Körperfett umgewandelt und können zu Übergewicht führen. Hinzu kommt, dass bei diesen Lebensmitteln der Blutzuckerspiegel durch die vermehrte Ausschüttung von Insulin schneller ansteigt. Das heißt, dass bei einigen kohlenhydrathaltigen Nahrungsmitteln der „glykämische Index“ besonders hoch ist und dazu führt, dass der Sättigungseffekt nicht lange anhält und somit eher zur erneuten Nahrungsaufnahme führt. Abzuraten ist daher vor allem von Nahrungsmitteln mit Weißmehl und zuckerhaltigen Gerichten, die als besonders kalorienreich gelten. Werden hingegen überwiegend eiweiß- und fetthaltige Lebensmittel verzehrt, sinkt der glykämische Index beziehungsweise der Insulinspiegel, das Sättigungsgefühl hält länger vor und wir essen weniger. Aufgrund der geringeren Kalorienaufnahme werden Fettreserven im Körper zur Energiegewinnung genutzt und wir nehmen ab.

Verschiedene Low-Carb Konzepte

Die Low-Carb Diäten basieren also auf der Beschränkung von Kohlenhydraten zugunsten eiweiß- und fetthaltiger Nahrung. Bevorzugt werden daher Fleisch, Fisch, Milch und Milchprodukte sowie Eier. Reduziert werden hingegen Brot, Nudeln, Reis und Kartoffeln sowie besonders kohlenhydrathaltige Gemüsesorten wie Hülsenfrüchte. Am radikalsten ist die Diät nach Robert Atkins, die fast vollständig auf die Zufuhr von Kohlenhydraten verzichtet. Aus Sicht der Ernährungswissenschaftler ist diese jedoch inzwischen überholt, da die gesundheitlichen Risiken als zu hoch angesehen werden. Inzwischen werden Low-Carb Diäten bevorzugt, die weniger radikal sind, die also auf einem ausgewogenen Ernährungskonzept basieren. Hier wird ausdrücklich Wert gelegt auf Gemüse und Obst.

Hier nun weitere Low-Carb Diäten:

  • Die Lutz-Diät erlaubt eine Kohlenhydratzufuhr von 6 BE (Broteinheiten).
  • Die Ketogene Diät ist auch eine Diät bei der Kohlenhydrate reduziert werden, die jedoch eine fettreichere Diät-Variante darstellt.
  • Die LOGI-Methode ist sehr eiweißreich, erlaubt außer Fleisch, Fisch und Ölen auch Obst und Gemüse.
  • Die South-Beach-Diät richtet sich nach dem glykämischen Index (GI) und basiert ebenso auf einer stark eiweißhaltigen Ernährung. Kohlenhydratarme und fettarme Nahrung wird miteinander kombiniert. Jede der drei Mahlzeiten pro Tag muss eine eiweißhaltige Speise enthalten.
  • Die New-York-Diät erlaubt zwar Gemüse, Hülsenfrüchte und Obst, untersagt jedoch besonders stärkehaltige Nahrungsmittel wie Brot, Kartoffeln, Reis, Nudeln und auch Zucker.
  • Die Glyx-Diät richtet sich ganz nach dem glykämischen Index. Sie unterscheidet also zwischen „guten“ und „schlechten“ Kohlenhydraten. Alle Nahrungsmittel, die einen GI-Wert unter 50 aufweisen, sind daher erlaubt. Bevorzugt werden kohlenhydrathaltige Nahrungsmittel wie Vollkornprodukte. Auf Zucker wird vollständig verzichtet.

Ist eine Low-Carb Diät gesundheitsschädlich?

Jede Diät hat auch ihre Kritiker. Ernährungswissenschaftler kritisieren vor allem die eiweiß- und fettlastigen Ernährungskonzepte der Low-Carb Diäten, die zu Herz-Kreislauferkrankungen und einem hohen Cholesterinspiegel führen können. Die Kritik an der ursprünglichen radikalen Atkinsdiät ist berechtigt. Die neuen kohlenhydratärmeren Diäten gelten jedoch als ausgewogen, weil sie Kohlenhydrate mit niedrigem GI wie Vollkornprodukte sowie frisches Gemüse und Obst mit hohem Vitamingehalt in ihr Ernährungskonzept integrieren.

Tatsache ist: Auch Low-Carb-Diäten führen durch eine Ernährungsumstellung zur Gewichtsreduzierung, die sich vom Jo-Jo-Effekt verabschiedet. Wichtig ist jedoch, dass eine einseitige, ausschließlich fett- und eiweißhaltige Ernährung vermieden wird. Zusätzlich kann ein tägliches Bewegungsprogramm nicht schaden.

Artikelbild © photocrew – Fotolia.com

One Trackback

  1. [...] die erhöhte Proteinzufuhr wird Ihr Körper durch die Low-Carb-Diät vitalisiert und geschützt. Die Muskeln entwickeln eine Kraft, die Sie bereits während der [...]

Hinterlasse eine Antwort