Ketogene DiätDen Begriff Ketogene Diät liest man immer häufiger im Zusammenhang mit Abnehmen, doch was versteht man genau darunter und welchen Hintergrund hat diese Diät? Dem menschlichen Körper dienen Kohlenhydrate als äußerst schnelle Energielieferanten, deshalb werden diese als Glykogen im menschlichen Körper gespeichert. Werden dem Körper durch die tägliche Nahrung allerdings nicht genügend Kohlenhydrate zugeführt, nutzt der Organismus die vorhandenen Glykonspeicher, welche sich vornehmlich innerhalb der Leber befinden. Sind diese Speicher aufgebraucht, muss sich der Organismus auf den Hungerstoffwechsel umstellen.

Diese Phase zeigt sich dadurch, dass in der Leber die Fettsäuren in Ketonkörper umbaut werden, um wiederum ähnlich dem Glykon als schnelle Energielieferanten zu dienen. Dieser Abbau von Fettsäuren ist innerhalb des Körpers nicht umzukehren, sodass nicht benötigte Ketonkörper ausgeschieden werden und im Urin nachzuweisen sind. Auf diese Weise kann ein Beleg erstellt werden, dass eine Stoffwechselumstellung in den Ketosezustand erfolgt.

Mittels des Entzugs der Kohlenhydrate erzwingt die Ketogene Diät somit eine Nutzung der Fette, um dem Körper Energie zuzuführen. Diese Art der Diät ist grundsätzlich bereits allein wegen der benötigten Stoffwechselumstellung auf eine längerfristige Dauer ausgelegt. Hierbei kann es sich um Zeiträume von drei Monaten bis zwei Jahre handeln. Werden Kalorien in ausreichender Form zugeführt, kann diese Diätform auch dauerhaft genutzt werden.

Diese Ernährungsform verläuft dabei stets in mehreren Diät-Phasen. Zunächst wird eine Stoffwechselumstellung eingeleitet und die Nahrungszusammensetzung so angepasst, dass ein optimales Niveau der Kohlenhydrate besteht. Innerhalb einer medizinischen Therapie werden die Eiweißzufuhr sowie der Kalorienbedarf und die angemessene Menge der Kohlenhydrate anhand des Therapieziels und eines Blutbildes individuell auf die jeweilige Person abgestimmt.

Die Stoffwechselumstellung erfolgt normalerweise im Rahmen eines stationären Klinikaufenthalts. Der Patient wird anschließend mit dem strikt ausgearbeiteten Diätplan entlassen. Bei Diätformen, welche ohne medizinische Begleitung durchgeführt werden (zum Beispiel die Atkins-Diät) wird während einer Umstellung die Kohlehydratzufuhr etwa auf 20 Gramm (andere sogar auf 0 Gramm) reduziert. Im Anschluss wird die Zufuhr der Kohlenhydrate pro Woche um 5 Gramm erhöht, bis erkannt wird, wann noch eine Gewichtsabnahme erfolgt.

Die tägliche Kohlenhydratzufuhr ist, aufgrund dieser Erkenntnis, danach unterhalb dieses Wertes zu halten. Alternativ lässt sich mittels Ketonkörpermessung im Urin feststellen, wann der Punkt der Ketose stattfindet, also die Stoffwechselumstellung greift. Dies wird vor allem dann vorgenommen, wenn die Diät mit keiner Gewichtsabnahme verbunden werden soll. Zuerst klingt es sehr leicht, eine fetthaltige Diät zusammenzustellen. Es wird sich allerdings schnell zeigen, dass fast alle fettigen Lebensmittel auch etliche Kohlehydrate enthalten. Somit sind hauptsächlich Fisch und Fleisch sowie Eier und manche Milchprodukte, diverse Gemüsesorten und Wasser gefragt.

Geringfügig oder gar nicht sind dagegen Kartoffeln und Pasta, Obst und Brot sowie Süßigkeiten und gesüßte Getränke erlaubt. Mit diesen geringfügigen Wahlmöglichkeiten der Vitamine, Eiweiße sowie Ballast- und Mineralstoffe den kompletten Tagesbedarf zu decken, kann somit wesentlich schwieriger werden als vorerst gedacht. Selbst Nahrungsergänzungsmittel müssen auf ihren Kohlehydratgehalt geprüft werden. Insgesamt erfordert somit eine “Ketogene Diät” äußerste Disziplin von den jeweiligen Anwendern und ist oftmals während des Alltags schwer durchzuhalten.

Eine derartige Stoffwechselumstellung birgt jedoch auch einige Risiken. Eine eventuelle Ketoazidose (Ketonkörper-Übersäuerung des Blutes) ist dabei lebensgefährlich. Ebenso können bisher unerkannte Stoffwechselerkrankungen durch die Ernährungsumstellung unvermittelt zutage treten. Durchaus unangenehm, wenn auch weniger gefährlich sind, zu Beginn auftretende Verdauungsstörungen. Zu den milden Nebenwirkungen dieser Diätform können beispielsweise auch intensivere Körper- sowie Mundgerüche zählen, welche oftmals als störend empfunden werden. Dieses geringe Problem kann mittels ausreichendem Trinken eingedämmt werden.

Eine große Hürde liegt zum Beispiel auch darin, dass “nur ein wenig” der Ketonen Diät keinesfalls möglich ist. Ketose funktioniert erst, wenn die Speicher der Glykose absolut leer sind. Häufig wird von Anwendern über sogenannte “Fressattacken” berichtet, welche die Ketose durch die immense Zufuhr von Kohlenhydraten unterbrechen und dadurch wiederum die erneute Stoffwechselumstellung notwendig machen, wobei sämtliche Risiken sich wieder bemerkbar machen können.

Diese Diätform weicht also radikal von modernen Empfehlungen der Ärzte/Ernährungsexperten ab und stieß dadurch auf heftigen Widerstand. Eine derartig fette Ernährung kann nur zu extrem hohen Cholesterinwerten sowie zu Kreislauf- und Herzerkrankungen führen, war ihre Meinung. Stammeskulturen, welche diese Ernährung leben, kennen kaum Kreislauf- und Herzerkrankungen. Studien belegen, dass Personen die der ketogenen Ernährung folgen, teilweise bessere Werte aufweisen als die Durchschnittsbevölkerung.

Artikelbild © frank peters – Fotolia.com

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  1. By Low-Carb Diät | Gesund Abnehmen on Mai 19, 2013 at 5:21 pm

    [...] Ketogene Diät ist auch eine Diät bei der Kohlenhydrate reduziert werden, die jedoch eine fettreichere [...]

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