Diäten sind heute nach wie vor ein wichtiges Thema für Frauen und mittlerweile auch für viele Männer. Eine Vielzahl von Ernährungs- und Sporttipps, Tabletten und Pulvern sowie Ratgebern und Anleitungen überschwemmt seit Jahren und Jahrzehnten den Markt. Doch eine Methode der Gewichtsreduktion sorgt in jüngster Zeit ganz besonders für Aufsehen. Das Abnehmen mit Hilfe von Hormonen entwickelt sich zu einem umstrittenen Trend unter Stars und Sternchen, der auch auf Otto Normalverbraucher abzufärben beginnt.

Das vielfach angepriesene Wundermittel heißt HCG (Humanes Chloriongonadotropin) und soll zusammen mit Sport und einer extrem reduzierten Kalorienzufuhr innerhalb von nur drei Wochen einen Gewichtsverlust von bis zu 10 Kilogramm bei Frauen und bis zu 12 Kilogramm bei Männern herbeiführen. Bereits vor 60 Jahren vom britischen Wissenschaftler Dr. Simeons entwickelt, erfreut sich die auf den ersten Blick vielversprechende Diät heute größerer Beliebtheit als je zuvor.

Doch wie genau funktioniert die HCG-Diät?

Zunächst einmal stehen ein striktes Sportprogramm und eine kalorienreduzierte Ernährung ohne Fett, Kohlenhydrate und Alkohol auf dem Programm. Auch viel trinken ist unverzichtbar. Empfohlen werden mindestens 2 Liter stilles Wasser oder ungesüßter Tee pro Tag. Bis hierher unterscheiden sich die Regeln nicht allzu sehr von den einer jeden anderen Diät. Doch bereits die Obergrenze von nur 500 Kalorien pro Tag lässt erste Bedenken an der Verträglichkeit dieser Methode aufkommen. Bedenkt man, dass eine erwachsene Frau im Schnitt etwa viermal so viel Kalorien pro Tag umsetzt, so fällt es nicht schwer zu glauben, dass eine so drastische Reduzierung der Nahrungsaufnahme über einen Zeitraum von drei Wochen ohne weiteres zu schweren Mangelerscheinungen führen kann. Umso wichtiger ist es, die wenigen erlaubten Kalorien klug auf verschiedene Lebensmittel zu verteilen, um dem Körper alle wichtigen Nährstoffe zuzuführen. Eine Alternative ist die Nahrungsergänzung mit Nährstoffpräparaten.

Die HCG-Tropfen – ein Schwangerschaftshormon

Zusätzlich zu dieser Mischung aus Sport und Kalorienreduzierung kommen nun bei dieser Diät die sogenannten HCG-Tropfen ins Spiel. HCG ist ein Schwangerschaftshormon, welches dafür sorgt, dass der Embryo immer ausreichend mit Nährstoffen versorgt wird. Das heißt, dass im Falle einer Mangelernährung, wie sie während der Diät absichtlich herbeigeführt wird, die Fettreserven der Mutter angegriffen werden. Dieser Effekt unterstützt das Abnehmen und beschleunigt die Gewichtsreduktion imens. Auch Hungergefühle und Heißhunger-Attacken werden von dem Hormon unterdrückt.

Ernährung während der HCG-Diät

An dieser Stelle stellt sich nun natürlich unweigerlich die Frage nach dem gefürchteten Jojo-Effekt, der nur allzu leicht jeden Diät-erfolg wieder zunichte macht. Tatsächlich sollte man unbedingt auch nach der Radikaldiät weiterhin auf eine kohlenhydrat- und fettarme Kost achten, um nicht in kurzer Zeit zum Ausgangsgewicht zurückzukehren. Die drei ersten Wochen nach der Diät dienen der langsamen Steigerung der Nahrungsaufnahme bis hin zur Aufnahme der täglich tatsächlich benötigten Kalorienmenge.

Was kostet die HCG-Diät?

Die Kosten für eine HCG-Diät sind nicht zu verachten, da sie unter ärztlicher Aufsicht stattfinden muss und sich die Kosten für die benötigten Injektionen auf mehrere hundert bis hin zu mehreren tausend Euro erstrecken können. Danke moderner Forschung und Entwicklung gibt es heute alternativ zu den teuren Injektionen auch homöopathische oder energetisch aufbereitete HCG-Tropfen auf dem Markt. Sie kommen ohne Hormone aus und kosten nur einen Bruchteil der Injektionen. Allerdings ist auch hier Vorsicht geboten, da es gerade unter den Online-Händlern immer wieder schwarze Schafe gibt.

Bewertung der HCG-Diät

Besonders unter den Hollywood-Stars erfreut sich die HCG-Diät immer größerer Beliebtheit. Auch die Literatur zum Thema eroberte in Rekordzeit die Bestsellerlisten. Mittlerweile zählen sie zu den meistverkauften Büchern Deutschlands. Dennoch sollte man sich gründlich informieren, auf eine seriöse Bezugsquelle achten und vor allem unbedingt zunächst einen Arzt aufsuchen um Kosten und Nutzen anzuwägen und die persönlichen Risiken realistisch einzuschätzen. Unter fachmännischer Betreuung und mit eiserner Disziplin auch nach der Diät kann die HCG-Diät unter Umständen zum Erfolg führen. Doch sollten die Risiken einer bewusst herbeigeführten Unterernährung nicht unterschätzt werden.

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