Die sogenannte Atkins Diät sorgt schon seit einiger Zeit für Furore und erfreut sich auch hierzulande einer ständig steigenden Beliebtheit. Die Pfunde sollen bei dieser Diät purzeln, ohne dass umständlich Kalorien gezählt werden müssen.
Was sich fast ein wenig wie Zauberei anhört, ist in Wirklichkeit ein sehr ausgeklügeltes und gut durchdachtes Konzept, das zudem auch noch eine relativ ausgewogene Ernährung garantiert. Hungergefühle? Bei dieser Abnehm-Methode Fehlanzeige!

Das Prinzip der Atkins Diät

Wichtigster Punkt bei dieser Diät ist der weitestgehende Verzicht auf Kohlenhydrate. Das hat natürlich auch einen guten Grund: Viele Menschen mit Übergewicht leiden nämlich gleichzeitig auch an einer Störung des Kohlenhydrate-Stoffwechsels. Die unangenehme Folge: Die teilweise großen Mengen an Kohlenhydraten, die der Mensch täglich über die Nahrung zu sich nimmt, können vom Körper nicht richtig verwertet werden. Daraus resultiert dann letztendlich auch das Übergewicht. Bei dieser speziellen Diät darf mit Ausnahme von kohlenhydratehaltigen Lebensmitteln alles gegessen werden. Ob Frühstücksei oder Grillhähnchen, Salat mit leckerer Mayonnaise oder die heißgeliebte Sahne im Kaffee: Selbst mit einer täglichen Aufnahme von 2000 Kalorien ist auf diese Weise ein Abnehmen möglich. Wichtig ist allerdings, dass sich konsequent an die vorgeschriebenen vier Phasen gehalten wird.

Die vier Phasen der Atkins-Diät

Atkins-Phase 1

20 Gramm: Mehr darf die tägliche Kohlenhydrate-Aufnahme pro Tag in der ersten Phase nicht betragen. So wird der Körper gezwungen, auf seine Fettreserven zurückzugreifen. Diese Fettverbrennung wird in Fachkreisen Ketose genannt und ist ein unverzichtbarer Bestandteil der Diät. Der Körper verbrennt zwar Fett, da er ja nicht mehr in gewohntem Maße Kohlenhydrate erhält, dennoch verspürt der Mensch keinen Hunger, denn er darf ja durchaus bis zum Sättigungsgefühl essen. Diese erste Phase dauert etwa 14 Tage. In dieser Zeit ernährt sich der Teilnehmer hauptsächlich von Proteinen, gesunden Fetten und etwas Gemüse. Wichtig: Es wird empfohlen, in dieser Phase gegebenenfalls auf Nahrungsergänzungsmittel in Form von Mineralien oder Vitaminen zurückzugreifen. So kann eventuellen Mangelerscheinungen vorgebeugt werden.
Beispiele für Lebensmittel, die in der sogenannten Einführungsphase erlaubt sind: Steaks, Geflügel, Fisch, Eier, Oliven- und Sonnenblumenöl, Mayonnaise und Muscheln.
Verboten sind allerdings: Brot- und Getreideprodukte, Nudeln, Mehl, Nüsse, stark fruchtzuckerhaltiges Obst, Bohnen und Erbsen.
Eventuell reagiert der Körper auf diesen Entzug mit Durchfall, Kopfschmerzen oder Übelkeit. Diese Symptome verschwinden aber meist sehr schnell und sind kein Grund zur Sorge. Es sollte jedoch strikt darauf geachtet werden, mindestens zwei Liter Wasser pro Tag zu trinken.

Atkins-Phase 2

In der zweiten Phase der Diät dürfen pro Tag bereits 25 Gramm Kohlenhydrate mit der Nahrung aufgenommen werden. Dieser Teil der Phase zwei dauert zunächst eine Woche. Danach erhöht sich der Kohlenhydrate-Anteil wieder um fünf Gramm. Dieses Prinzip wird über einen Zeitraum von etwa drei bis acht Wochen beibehalten. Wenn der Teilnehmer jedoch an einer kritischen Grenze angekommen ist, bei der er keinen Gewichtsverlust mehr feststellen kann, muss er die Kohlenhydrate-Menge wieder etwas reduzieren. Diese Phase dient unter anderem auch als Experimentierphase. Der Teilnehmer lernt seinen Körper besser kennen und weiß schließlich ganz genau, welche Menge an Kohlenhydraten seinem Stoffwechsel guttut. Wichtig: Das Prinzip dieser Phase sollte unbedingt eingehalten werden, ein leichtsinniges Essverhalten könnte den Erfolg der Diät jetzt deutlich beeinträchtigen!

Atkins-Phase 3

Diese Phase ist relativ schwierig, da die Pfunde nun nicht mehr so schnell purzeln. Jetzt nimmt der Kohlenhydrate-Anteil sogar täglich um zehn Gramm zu: Gemüse, Obst und Nüsse sind also in Maßen wieder erlaubt. Ziel dieser Phase ist es, den optimalen Ernährungsplan für die Zeit nach der Diät zu perfektionieren, so dass das spätere Wunschgewicht auch gehalten werden kann. Der Körper befindet sich nun nicht mehr in der Ketose und reagiert wieder mit großem Appetit. Wer jetzt mit Heißhungerattacken zu kämpfen hat, darf Haferflocken, Süßkartoffeln und auch braunen Reis zu sich nehmen.

Atkins-Phase 4

Diese Phase ist genau dann erreicht, wenn der Teilnehmer bei seinem vorher festgelegten Wunschgewicht angekommen ist. Nun geht es darum, dieses Gewicht zu halten: In den Phasen zwei und drei konnte ja diesbezüglich bereits ausgiebig experimentiert werden, so dass sich mittlerweile fast schon von selbst ein Gefühl für den richtigen Ernährungsplan eingestellt hat. 90 Gramm Kohlenhydrate pro Tag dürften nun kein Problem mehr sein, der Körper wird trotzdem nicht zunehmen. Die größte Gefahr geht jetzt und auch in Zukunft allerdings vom Zucker aus, darum sollte darauf verstärkt geachtet werden. Die wichtigsten Regeln für die kommende Zeit: Auf Stärke, weißes Mehl und Zucker im Idealfall ganz verzichten, regelmäßig und konsequent wiegen und nach Möglichkeit Sport treiben.

Tipps zur Atkins-Diät

Wer diese Diät erfolgreich durchführen möchte, benötigt auf jeden Fall eine sehr detaillierte Nährwerttabelle. Die Angaben bewegen sich schließlich im unteren Grammbereich, so dass bereits eine falsche Schätzung negative Folgen für den weiteren Verlauf haben kann. Spätestens nach einigen Wochen hat der Teilnehmer aber die meisten Angaben ohnehin im Kopf, so dass der ständige Blick auf die Tabelle nicht mehr nötig ist. Vorteilhaft ist, dass diese Diät auch für all jene Menschen geeignet ist, die regelmäßig außer Haus essen, denn in jedem Restaurant und in fast jeder Kantine werden kohlenhydratarme Gerichte angeboten. Diese sind zwar meist nicht als solche gekennzeichnet, da sich das Gefühl für „erlaubte“ und „unerlaubte“ Lebensmittel aber sehr schnell einprägt, ist die Auswahl der richtigen Mahlzeit kein Problem. Übrigens: Wer auf Alkohol nicht komplett verzichten möchte, sollte zumindest zum ungesüßten „Klaren“ greifen und von Likören, Bier oder Wein die Finger lassen.
Wie bei jeder Diät gilt auch bei dieser: Sport unterstützt das Abnehmen ungemein und wenn man sich kein Fitnessstudio leisten kann, dann einfach öfter mal zu Fuß gehen, das elektrische Fahrrad stehenlassen und lieber den echten Drahtesel rausholen oder statt dem Aufzug die Treppe nehmen.

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